Grundwasser hat ein langes Gedächtnis. Verschmutzungen, die sich einmal im Wasser befinden, lassen sich nur mit aufwändigen und teuren Verfahren wieder entfernen. Vorsorgen ist besser als Heilen - dieses Prinzip aus der Medizin gilt in besonderer Weise auch für den Gewässerschutz. Deshalb müssen wir vorsorgend die Gewässer - Seen und Flüsse - aber auch das Grundwasser schützen. Jedermann kann und soll zu dieser Vorsorge beitragen. Unser bewusstes Verbraucherverhalten, zum Beispiel der Kauf ökologisch produzierter Lebensmittel, der Verzicht auf wassergefährdende Chemikalien und die Wahlumweltfreundlicher Verkehrsmittel leisten einen wichtigen Beitrag zur Reinhaltung des Wassers. Neben den Beiträgen, die jeder Einzelne zur Gewässerreinhaltung leisten kann, werden von Seiten der Wasserwirtschaft weitere Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Diese sind notwendig, um die Einzugsgebiete der Brunnen und Quellregionen sauber zu halten.
Das selbst gewonnene Wasser hat nahezu Trinkwasserqualität. Im Wasserwerk Cortendorf wird lediglich überschüssige Kohlensäure entfernt. Die Wasserqualität wird regelmäßig nach verschiedenen Kriterien geprüft. Einige dieser Untersuchungen werden täglich durchgeführt. Über ein 340 Kilometer langes Rohrnetz wird das Trinkwasser an die Kunden geliefert, im Durchschnitt 10.000 Kubikmeter täglich. Kunden östlich der Bahnlinie Creidlitz/Bad Rodach werden mit SÜC-Wasser beliefert (Härtebereich mittel, 8,4 bis 14° dH), westlich der Bahnlinie kommt überwiegend FWO-Wasser (Härtebereich weich, - 8,4 ° dH) ins Haus.
In den Unterhalt der Trinkwasserversorgung und für Neuanlagen investieren die SÜC jährlich mehrere Millionen Euro. Für einen Endpreis von 1,66 Euro pro Kubikmeter, der erheblich unter dem Bundesdurchschnitt (1,88 Euro) liegt, erhalten die Kunden rund um die Uhr ein lebensnotwendiges Produkt frei Haus, das einen Preis- und Qualitätsvergleich mit Mineralwasser nicht zu scheuen braucht.
Wie bei Strom und Gas wird die Liberalisierung des Marktes auch vor Trinkwasser nicht Halt machen. Ressourcenschutz und Qualität könnten auf der Strecke bleiben. Dabei ist nicht zu vergessen: Wasser ist ein Lebensmittel, dessen ungetrübter Genuss allen am Herzen liegen sollte.
Am 20. September 1890 beschließt der Magistrat zur Trinkwasserversorgung der rund 24.000 Einwohner sieben Quellen bei Fischbach im Froschgrund zu fassen und über eine 13 km lange Gussleitung mit einem Trinkwasserbehälter an der Nordlehne zu verbinden. Für die höher gelegenen Stadtteile wird ein Behälter am Gustav-Freytag-Weg geplant, der über ein Pumpwerk am Heiligkreuz gefüllt werden soll.
Infolge des zweiten Weltkrieges und der damit zusammenhängenden Flüchtlingsströme wächst die Einwohnerzahl in Coburg auf über 50.000. Zusätzliche Tiefbrunnen bei Fischbach und Mönchröden sowie Druckerhöhungsanlagen werden erforderlich.
Mit dem Neubau eines Wasserwerkes 1985 in Cortendorf wurde die Wasserversorgung auf den modernsten Stand gebracht. Aus politischen Gründen erfolgte 1978 ein Anschluss an das Leitungsnetz der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO).