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EIN PLATZ ZUM KRAFT TANKEN

Bild

(vom 07.06.2019)

Der Thüringerwald-Verein pflegt seine Alexandrinenhütte

Die Silhouette der Veste Coburg liegt etwas verschwommen im Dunst. Das scharfe Auge erblickt klein und schemenhaft die beiden Türme der Basilika Vierzehnheiligen am Obermain. Die Veste Heldburg sowie die Gleichberge im benachbarten Thüringen sind dagegen zum Greifen nahe.

Für die Umgebung an diesem sonnigen Samstag Ende März hat das knappe Dutzend Frauen und Männer keinen Blick, obwohl das Panorama durchaus beeindruckt. Auf der Sennigshöhe, 523 Meter über dem Meeresspiegel. Als höchster Punkt im Landkreis Coburg duckt sich die Alexandrinenhütte im Schatten einiger Bäume. Wenn die grüne Fahne des Thüringerwald-Vereins mit dem Farnkraut am Fahnenmast flattert, zeigt sie weithin sichtbar: Das Wanderheim hat geöffnet. An den Wochenenden zwischen Ostern und Ende Oktober sowie an Feiertagen erwartet die Besucher eine gemütliche Einkehr.

Alexandrinenhütte

Die Vereinsfahne ist heute noch wohl verwahrt. Weder Wanderer noch Mountainbiker oder andere Besucher sind gekommen. Trotzdem bestimmt ein gutes Dutzend Vereinsmitglieder das weitläufige Grundstück: Bernd Pollach schwingt eine mächtige Axt und spaltet Holz, während Helmut Völk gerade wieder die Leiter heruntersteigt. Aus der Dachrinne hat er die Blätter des letzten Herbstes geklaubt. Der Motor einer Kettensäge und das hohe Brummen eines Schwingschleifers übertönen das Rauschen des Windes. Wenige Wochen vor der Saisoneröffnung wird die Alexandrinenhütte geputzt, werden Schäden der Wintermonate repariert.

Vor dem Eingang stapeln sich die Matratzen vom Bettenlager unter dem schrägen Dach. Neben dem Kachelofen und vor der Durchreiche aus der Küche führt eine steile Ausziehleiter in den niedrigen Raum mit den eisernen Bettgestellen. Aufrecht stehen kann man nur in der Mitte unter dem Giebel. Gitti Franzl hat den Boden gewischt und die Fächer im Schrank.

Auch in der Hüttenstube herrscht geordnetes Chaos: Die Stühle sind auf die Tische gestellt, Wassereimer und Putzlappen stehen bereit, es riecht nach Scheuermilch und Fensterreiniger. Davon völlig unbeeindruckt schaut Herzogin Alexandrine vom großen Schwarz-Weiß-Bild gegenüber dem Eingang zu. Auch über das Bild der Namensgeberin, über die Wände und Lampen fährt Gitti Franzl mit dem Lappen. Derweil hat Christine Tendera die Schränke in der benachbarten Küche ausgeräumt und auch dort für Sauberkeit gesorgt. Unterdessen legt ihr Mann und Hüttenwart Mike Tendera letzte Hand im kleinen Vorratsraum an. Vor der Hütte schleift Frank Braungarth die abgeblätterte Farbe von einem der Fensterläden. Grün-weiße Streifen – die Vereinsfarben – werden die Läden wieder zieren. Der Rost von Beschlägen und Scharnieren verflüchtigt sich unter dem Schleifpapier, und mit schwarzer Farbe wird darüber gestrichen.

Alle Bezüge und Vorhänge waren in der Waschmaschine. Auch die während der kalten Jahreszeit entleerte Wasserleitung hat wieder Druck.

Seit zwei Jahren ist Mike Tendera der Hüttenwart und damit beim Thüringerwald-Verein für die Alexandrinenhütte zuständig. Ein Vierteljahrhundert lang hat der Bad Rodacher mit seiner Familie den Hüttendienst versehen. „Dieser Ort ist mein ganz persönlicher Platz zum Kraft tanken und Ruhe genießen.“

Ein gutes Dutzend Gruppen, jeweils vier bis acht Menschen, bewirtschaften vom Frühjahr bis in den Herbst hinein an den Wochenenden die Alexandrinenhütte. Selbstverständlich sei dieses Steckenpferd mit viel Arbeit verbunden und mit einem Opfer an Freizeit. Da wird gekocht und gebacken, werden Speisen und Getränke verkauft. „Ein soziales Engagement, man kann so der Gesellschaft etwas zurückgeben und bekommt selbst viel zurück“, sagt Mike Tendera. Darüber hinaus müsse dieser wunderschöne und einzigartige Platz erhalten bleiben. Die Bewirtschaftung der Alexandrinenhütte werde u. a. auch innerhalb von Familien weitergegeben, von Generation zu Generation.

Die Sennigshöhe bietet zu jeder Jahreszeit eine entspannende Auszeit von der Hektik des Alltags, einen freien Blick auf eine weitgehend intakte Natur und saubere Luft.

Die Alexandrinenhütte liegt am Carl-Escher-Weg. Dieser Rundwanderweg beginnt beim Forsthaus zwischen der Veste Coburg und der Brandensteinsebene. Mit 71 Kilometern ist es der längste Wanderweg des Thüringerwald-Vereins Coburg. Benannt ist der Weg durch den Landkreis nach dem heute legendären, ehemaligen Vorsitzenden des Thüringerwald-Vereins Coburg der Jahre 1933 bis 1959, Carl Escher.

SÜC im Förderkreis

Mit den Mitgliedsbeiträgen und Erträgen aus der Bewirtschaftung allein lässt sich der Hüttenunterhalt nicht bewältigen. Neue Sanitäreinrichtungen, Verbesserungen im Wirtschaftsbereich, ein Naturerlebnispfad und Spielplatz steigern die Attraktivität der Hütte. Dazu wurde ein Förderkreis ins Leben gerufen. Die Unterstützung ist mit 500 und 750 Euro im Jahr möglich. In der Basisstufe ist ein Familienjahresbeitrag enthalten; die Mitglieder des Förderkreises finden in der Vereinszeitschrift „Farnkraut“ Erwähnung und sind zum Sommerevent des Vereins eingeladen. In der Premiumstufe können sich die Förderer in der Saisonzeitung „Schöne Aussicht“ zusätzlich mit gestalteten Anzeigen präsentieren. Die SÜC engagiert sich im Förderkreis mit einer Premiummitgliedschaft. Geschäftsführer Wilhelm Austen: „Die Alexandrinenhütte ist ein tolles Ausflugsziel. Die Arbeit des Vereins verdient unsere Unterstützung.“

Geschichte der Alexandrinenhütte

Anlässlich des 50. Jahrestages nach der Einführung des Staatsgrundgesetzes durch Herzog Ernst II. beschloss das „Komitee patriotischer Männer“ am 3. Mai 1902, einen Turm auf der Sennigshöhe zu errichten. Drei Jahre später wurde der Grundstein gelegt, wiederum ein Jahr später, am 27. Mai 1906, fand die Einweihung statt. Der Turm trug den Namen der Gattin des Herzogs, Alexandrine von Baden. Der Thüringerwald-Verein unterstützte damals den Bau mit 500 Mark in der Hoffnung auf die Gründung eines Zweigvereins in Coburg. Das erfüllte sich 1907: In Coburg bildete sich der 156. Zweigverein. Der Thüringerwald- Verein zählte somit insgesamt 16.022 Mitglieder.

30 Jahre lang war der Alexandrinenturm ein viel besuchtes Ausflugsziel. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges gab es kaum Instandhaltungsarbeiten und auch wegen des damals verwendeten schlechten Materials bereitete eine Ladung Sprengstoff am 22. März 1936 dem baufälligen Turm ein Ende. Der damalige Regierungsinspektor im Referat für Heimat und Naturschutz, zugleich Vorsitzender des Thüringerwald-Vereins Coburg, Carl Escher, schlug den Bau einer „Hütte für Wanderer“ am gleichen Platz vor. Dem Verein war die Betreuung der Hütte aufgegeben, und schon am 18. Juli 1936 war das Wanderheim fertig. Im August des Jahres 1952 erhielt der Thüringerwald-Verein Coburg die Hütte geschenkt, „um auf grenznahem Boden eine Heimstätte“ zu haben und „weitesten Kreisen die Schönheit des Coburger Landes zu erschließen“.

Gaslicht erhellte die Hütte, und Wasser wurde aus dem Brunnen gepumpt. 1969 erfolgte ein Anbau, Stromleitung, Trinkwasseranschluss und Telefon wurden 1984 installiert. Anfang der 1990er-Jahre erneuerte der Verein das Dach und die Fenster und modernisierte die Küche. Vor einigen Jahren waren eine neue Kläranlage und neue Toiletten nötig, jüngste Modernisierungsarbeiten umfassten eine Personaltoilette und -dusche.

Geöffnet ist die Alexandrinenhütte von Ostern bis Oktober jeweils samstags und sonntags von 10:00 bis 17:00 Uhr sowie an Feiertagen.

Der Thüringerwald-Verein

Als sich im Mai 1883 der „Verband der Deutschen Tourismusvereine“ in Fulda gründete, zählte neben 14 Hauptvereinen auch der am 29. August 1880 in Ilmenau ins Leben gerufene Thüringerwald-Verein zu den Gründungsmitgliedern. Ihm gehörten zu diesem Zeitpunkt 22 Zweigvereine an. Die sowjetische Militäradministration verbot im Dezember 1945 den Verein. Mit der Teilung Deutschlands 1949 trennten sich die Wege der Heimat- und Wanderfreunde des einst größten Vereins in Thüringen. Als einziger Zweigverein überlebte der Coburger Thüringerwald-Verein und nahm unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges seine Tätigkeit wieder auf. Mit der deutschen Wiedervereinigung ging der lang gehegte Wunsch in Erfüllung. Nachdem sich in Thüringen wieder neue Zweigvereine gegründet hatten, wurde am 22. September 1990 auf der Sennigshöhe der Thüringerwald-Verein 1880 e. V. als Hauptverein wiedergegründet.

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