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(vom 15.11.2018)

Itzgrundhof – Endplatz für Wallache

Für ihre Herde ist Nina Hopf immer da – jeden Tag, jede Stunde. Dafür gibt sie auch alles: Zeit, Geld und Energie. Und sie selbst verzichtet dafür auf Vieles. Seit drei Jahren betreibt die junge Frau im Itzgrunder Ortsteil Schottenstein einen Gnadenhof für Pferde.

Vor vier Jahren kaufte die damals 19-Jährige in dem Ort am Hang über der Itz ein kleines Haus. Dazu gehört ein Stall und dahinter ein ausgedehntes Grundstück. Der Plan war, die beiden eigenen Pferde unterbringen zu können. Jedoch verzögerte sich die Ankunft des zweiten Tieres und dafür kam mit „Banita“ als Beistellpferd der erste Wallach auf den Itzgrundhof. Beistellpferde dienen als Gesellschaft für vorhandene Pferde. Meist handelt es sich um alte oder kranke, nicht mehr reitbare Tiere. „Banita lahmte damals“, erinnert sich Nina Hopf. Die gelernte Tierarzthelferin kümmerte sich intensiv um den Wallach und „nach einigen Wochen hat er auf der Koppel sogar wieder Bocksprünge gemacht und war voller Lebensfreude“.

Beflügelt von diesem Erfolg wollte Nina Hopf mehr Pferden helfen. „Vier bis fünf Tiere sollten es höchstens sein.“ Dafür gründete sie vor drei Jahren den Itzgrundhof und – wie heute üblich – ging der private Stall via Facebook in die Weite der virtuellen Welt. In der Folge schwappte eine große Welle von Anfragen nach Schottenstein. „Stell’ Dir vor, ich hätte 500 Pferde aufnehmen können“, sagt sie. Zurzeit sind es neun Pferde, die ihren Lebensabend auf dem Itzgrundhof verbringen. Auch aus entfernteren Orten hat Nina Hopf Pferde auf dem Itzgrundhof stehen. Eines wurde aus Köln gebracht. Im Sommer stehen die Tiere auf einer der 14 Weiden, während der schlechten Jahreszeit hat die kleine Herde den offenen Stall zur Verfügung, zu jeder Zeit mit der Möglichkeit, ins Freie zu gelangen.

Auf dem Itzgrundhof leben die Pferde viel mehr nach ihren natürlichen Bedürfnissen. „Wenn sich eines im Gras oder im Staub wälzen will, dann macht es das, einerlei wie dick die ‚Naturschminke‘ hinterher ist“, grinst Nina Hopf. Immer wieder mal rufen die Nachbarn wegen eines angeblich toten Pferdes auf der Weide an. „Tatsächlich liegen sie nur auf der Seite und schlafen.“ Trotz des Alters und mancher Gebrechen sind Tornado, Latino, Alfi, Figo und Flash sowie die anderen Pferde sehr neugierig. Zielstrebig kommen sie heran. Kameraobjektive ähneln zwar Mohrrüben überhaupt nicht, ein Probebiss und intensives Beschnuppern schaden aber gewiss nicht.

Einige Pferde kamen krank in den Itzgrund, „oder waren durch den Sport kaputt geritten“. Oft werden die Tiere mehr als Sportgerät denn als Lebewesen gesehen, „wenn das Sportgerät nicht mehr funktioniert, wird ein neues angeschafft“. „Das bedeutet für die alten Pferde in der Regel den Weg auf einen Gnadenhof oder zum Schlachter“, stellt Nina Hopf betrübt aber auch ohne Illusionen fest. Darüber hinaus sei die Haltung vieler Pferde nicht für die Gesundheit der Tiere zuträglich, ist sie überzeugt. Das Stehen in der Box mit oft zu wenigen Stunden Auslauf auf dem Reitplatz sei für ein Pferd als „Laufund Herdentier“ zu wenig.

Selten machen sich die früheren Besitzer noch Gedanken über ihre Tiere, wenn diese auf dem Itzgrundhof eine neue Bleibe bekommen haben. „Einige Wenige kommen ab und zu vorbei, bringen Futter mit oder geben etwas Geld.“ In der Regel fahren die meisten erleichtert und mit einem guten Gewissen davon – aus dem Auge aus dem Sinn. Patenschaften für die Pferde gibt es leider nicht viele.

Futter und Wasser für neun Pferde herbeischaffen, den täglich anfallenden großen Haufen Mist beseitigen und zu einem Landwirt fahren, Tierarzt und Hufschmied organisieren, die Behandlung durch die Osteopathin und Akupunktur, den Stall endlich renovieren, den Auslauf befestigen, Wasser holen, Zäune instand halten und täglich die Pferde versorgen – allein kann das niemand bewältigen. „Wir sind eine Stallgemeinschaft von 16 Mädels, die das alles stemmen.“ Zusammen haben sie das Freigelände hinter dem Stall ausgebaut, damit die Tiere bei Regen nicht im Schlamm stehen. „Wir sind wie eine große Familie. Unternehmen auch zusammen was und unterstützen uns gegenseitig.“ Auch die Familie und Bekannte packen mit an, aber das Gros der Arbeiten „wird durch Frauenpower erledigt“.

Die nächste Zukunft sieht Nina Hopf mit wenig Optimismus: „Der kommende Winter wird eine Katastrophe“, zeigt sich die junge Frau überzeugt. Durch den warmen und trockenen Sommer sind die sonst grünen Weiden zu staubigen und vegetationslosen Flächen geworden. „Wir mussten den ganzen Sommer über Heu füttern. Damit ist das Winterfutter verbraucht und die Preise dafür werden immens steigen.“

Immer wieder spenden zwar einschlägige Unternehmen Wurmkuren, Kräuter und Futter, mal fährt ein Bekannter mit Traktor und Anhänger eine Fuhre Hackschnitzel zum Reitplatz oder übernimmt Arbeiten. Zum langfristigen Bestand brauche es einen höheren Bekanntheitsgrad und mehr Förderer. Irgendwie aber kommt der Itzgrundhof jeden Monat über die Runden. „Ich gebe halt den letzten Cent für meine Pferde.“

„Warum machst Du das? Warum opferst Du fast jede Freizeit und viel Geld?“ Diese Fragen, meist erstaunt und ungläubig gestellt, hört Nina Hopf oft. Es sei die Tierliebe, beschreibt sie ihre Motivation. Schon als Kind habe sie überfahrene Frösche und Kröten zum Tierarzt gebracht, in dem kindlichen Glauben, der Veterinär könne die Amphibien noch heilen. „Die Tiere geben viele der empfangenen Zuwendungen zurück – das gibt die Kraft, um immer wieder weiter zu machen.“

Kontakt und Info

Itzgrundhof | www.facebook.com/itzgrundhof
E-Mail: itzgrundhof@web.de | Telefon 0152 02304967

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